GRÜNE und Bürgerinitiativen-Fraktion initiiert "Technologie-, Innovations- und Gründerzentrum" für Dreieich (23.12.2000)
Pressemitteilung
Im Rahmen eines Pressegesprächs am 20.12.2000 hat die GRÜNE/BI-Fraktion ihre Initiative für ein Zentrum vorgestellt, mit dem Unternehmensgründungen und Technologien sowie Innovation in der Region um Dreieich gefördert werden sollen.
Hintergrund ist ein Schreiben des Fraktionsvorsitzenden Stefan Metzen an alle Fraktionsvorsitzenden des Stadtparlaments. In diesem wird die Einladung zu einem Gespräch ausgesprochen, bei dem der Vorschlag diskutiert werden soll, zu der GRÜNEN-Initiative ein Experten-Hearing durchzuführen.
Das Technologie-, Innovations- und Gründerzentrum soll im wesentlichen die Wirtschaftskraft der Stadt stärken sowie Beschäftigung und Ausbildung fördern.
Wir veröffentlichen an dieser Stelle die entsprechenden Presseberichte der
Offenbach-Post
Frankfurter Rundschau
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Offenbach-Post, 23.12.2000:
Jungen Firmen mit Ideen eine Chance für den Start bieten.
Grüne machen sich für ein Technologie und Gründerzentrum in Dreieich stark
Dreieich (aug) Einfach eine gute Idee", wäre für Stefan Metzen, Fraktionsvorsitzende der Dreieicher Grünen, die Förderung eines Technologie- und Gründerzentrums in Dreieich. Die Einrichtung eines Grundstücks, auf dem sich ausschließlich junge, neue Firmen mit innovativen Geschäftsideen ansiedeln sollen. Allerdings sei ein solch ambitioniertes Konzept allein im Konsens mit den anderen Parteien zu verwirklichen. "Unsere Initiative eignet sich nicht für parteipolitische Streitereien", findet der Fraktionsvorsitzende. Die Grünen möchten sich daher im Januar mit den anderen Parteien an einen Tisch setzen, um interfraktionell und gemeinsam mit Experten Chancen und Möglichkeiten ihres Vorschlags auszuloten.
"Uns geht es darum, neue Wege der kommunalpolitischen Wirtschaftsförderung zu suchen", begründet Sprecher Roland Kreyscher die Initiative. Dabei stieß eine Arbeitsgruppe der Grünen-Fraktion auf eben diese Möglichkeit, jungen Unternehmen eine Plattform zu bieten und ihnen den Start zu erleichtern. Vor allem die neuen Medien, die IT- und andere Dienstleistungsbranchen schweben ihnen für die Ansiedlung eines solchen Zentrums vor. "Denn wir müssen weg von den Industriegebieten als reinen Produktionsstandorten", so Kreyscher.
Wie so etwas umgesetzt wird, erkundeten die Grünen unlängst in einem in Ginsheim-Gustavsburg angesiedelten Gründerzentrum. Dort hat sich die Kommunalpolitik mit mehreren Volksbanken und Sparkassen zusammengetan, um ihr Projekt zu fördern. Sie bieten eine Immobilie an, die ausschließlich jungen Firmengründern mit tragfähigen Konzepten offen steht. "Und zwar sehr erfolgreich", wie Kreyscher festgestellt hat. Bis auf wenige Räume ist das Zentrum bereits nach kurzer Zeit komplett bezogen worden. Unter einem Dach entwickeln sich für die einzelnen Betriebe wertvolle Synergieeffekte: Die Jungunternehmer können sich gemeinsam entwickeln, austauschen und kooperieren. "Und mit dem Pfund des Standortvorteils kann Dreieich ebenso gut wie Gustavsburg wuchern", ist Kreyscher überzeugt. Dabei sei die Finanzierung eines Gründerzentrum relativ kostengünstig, wie sich die Grünen von einer Expertin verrechnen ließen. Allerdings unter der Voraussetzung, den Firmen eine bereits fertige Immobilie zur Verfügung stellen zu können. Eine Anlage wie etwa das ehemalige Ellen-Betrix-Gelände" schwebt Kreyscher vor. Unrealistisch sei es dagegen, einen Neubau für die Startup-Firmen hochzuziehen. "Nicht zu finanzieren", gibt sich der Grünen-Sprecher bei der angespannten Haushaltslage der Stadt keine Illusionen hin.
Mit der Ansiedlung eines Gründerzentrums geht es den Grünen aber nicht darum, schnelle Profite durch sofort zu erzielende zusätzliche Gewerbesteuern zu erreichen. "Es ist eine Investition, die sich erst mittelfristig für die Stadt auszahlen kann", gibt Fraktionsführer Metzen zu. Um sich diese mittelfristigen Vorteile für die Stadt zu sichern, seien zudem noch eine ganze Menge Fragen offen. Wie können erfolgreiche Jungunternehmen am Standort Dreieich gehalten werden? Und wo findet sich überhaupt ein geeigneter Standort?
"Offene Punkte, die es in einem Experten-Hearing zu klären gilt", sagt Sprecherin Ingrid Schmalhorst-Behrendt. Aber die Grünen sind zuversichtlich, solche Probleme einvernehmlich mit den anderen Parteien lösen zu können. Und die Vorteile liegen für die Fraktionsmitglieder auf der Hand. Die Wirtschaftskraft der Stadt steigt, die Beschäftigungsmöglichkeiten wachsen, das Ausbildungsangebot wird gesteigert. Und nicht zuletzt bedeuten moderne Unternehmen zusätzliches Renommee für den Standort Dreieich. Erste Ergebnisse der Initiative sind im Januar zu erwarten.
Frankfurter Rundschau, 23.12.2000:
Grüne wollen Gipfel für Start-up-Zentrum
Start für Start-Ups?
Die Grünen jedenfalls machen sich für ein Technologie-, Innovations- und Gründerzentrum (TIGZ) in Dreieich stark. Und starten deshalb eine interfraktionelle Initiative für solch ein Projekt. Dazu kriegen die Fraktionschefs von CDU, SPD und FWG mit der Weihnachtspost einen Brief vom Kollegen Stefan Metzen, dem Vormann der Grüne/BI-Parlamentsgruppe (Grübis). Das Schreiben enthält nicht nur Grüße zum Fest, sondern auch eine Einladung zu einem kommunalpolitischen Gipfeltreffen.
Metzen will am 22. Januar mit den Fraktionsspitzen über ein mögliches Zukunftsprojekt reden: Ein Technologie-, Innovations- und Gründerzentrum in Dreieich unter Trägerschaft der Stadt, des Kreises, anderer Nachbarkommunen und der örtlichen Banken und Sparkassen. Erster Schritt: Die Fraktionen sollten zu einem Expertenhearing trommeln.
Die Absprache darüber ist den Grünen wichtig. "So ein Gründerzentrum geht nur im Konsens mit den anderen Fraktionen", sagt Grübi-Vize Roland Kreyscher, "sonst ist das von vornherein zum Scheitern verurteilt. Das darf auch nicht im Wahlkampfgetöse enden." Und: "Das braucht natürlich auch einen prominenten Treiber. Der Bürgermeister muss das als sein Baby verkaufen können."
Gute Argumente gebe es allemal, sagt Kreyscher und verweist auf das TIGZ-Vorbild in Ginsheim-Gustavsburg. Das lehre: Ein Gründerzentrum für Start-up-Firmen ist mitnichten Selbstzweck. Es stärkt die Wirtschaftskraft im Ort und zeitigt positive Effekte für Beschäftigungs- und Ausbildungsförderung. Gewerbesteuer werde indes so schnell nicht sprudeln. "In den ersten fünf Jahren ist das ein Zuschussbetrieb. Die Unternehmen müssen mittelfristig auf die Füße kommen."
Gesucht wäre ein bestehender Gebäudekomplex in einem Dreieicher Gewerbegebiet ("den modeln wir um"), in dem an die 30 Gründerfirmen unterkommen könnten. Das TIGZ böte ihnen dort Büro-Infrastruktur zu niedrigen Grundkosten, Konferenz- und Schulungsräume und professionelle Beratung in der Gründungsphase - auch und gerade über die diversen Förderprogramme. Nicht zu vergessen: Nähe und Anbindung an die Hochschulen im Rhein-Main-Gebiet sind garantiert. Kreyscher: "Wir sind ja umzingelt davon." peh
In Bezug auf die Diskussion um die Eröffnung eines Innovations-Centrums in Rödermark, berichtet die
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.12.2000:
. . . Auch in Dreieich wird über die Einrichtung eines Gründerzentrums nachgedacht. Die Fraktion der Grünen/BI verfolgt diese Idee und hat die anderen Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung für Ende Januar zum Gespräch eingeladen. Der Sprecher der Grünen Roland Kreyscher, sagte, man solle aufhören, aber den hohen Schuldenstand zu "lamentieren"; statt dessen seien Ideen notwendig um die Wirtschaftskraft zu stärken sowie neue Arbeitsplätze zu schaffen. Man wolle den Fraktionen vorschlagen, Experten gemeinsam anzuhören. Sinnvoll wäre es nach Kreyschers Worten, ein solches Zentrum in einer bestehenden Immobilie einzurichten. Auch sollten Partner gefunden werden, um das Projekt zu ermöglichen. Zunächst müsse mit einem Zuschuss in Höhe zwischen 300.000 und 500.000 Mark im Jahr gerechnet werden. Auch könne man mit anderen Kommunen etwa Rödermark kooperieren; das Projekt müsse nicht in Dreieich realisiert werden. Zögen die Unternehmen aus dem Zentrum aus, solle man ihnen jedoch einen Standort in der Stadt bieten können, um von dem Zentrum zu profitieren.
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