„Der Durchgangsverkehr bekommt freie Fahrt, und die Götzenhainer stehen im Stau!“ - zu den Reaktionen Götzenhainer Bürger auf die geänderte Vorfahrtsregelung in der Ortsmitte von Götzenhain (10.10.2001)
Pressemitteilung
„Wie kann man den Dietzenbachern & Rodgauern nur freie Fahrt durch Götzenhain geben, zu Lasten der eigenen Dreieicher Bevölkerung?“ „Unsere Kinder kommen auf ihrem Weg zum Kindergarten vor lauter Durchgangsverkehr nicht mehr über die Straße!“ „Jetzt staut sich der Verkehr manchmal schon bis zum Ringwäldchen zurück!“ So oder ähnlich lauten die Beschwerden, die uns seit Wochen erreichen, geäußert von genervten Götzenhainer Anwohnern, die sich von der geänderten Vorfahrtsregelung mitten im Ort stark eingeschränkt fühlen.
Was war passiert: Um auswärtigen Besuchern möglichst ungehinderten Zugang zum Hessentag zu ermöglichen, wurde die bestehende Vorfahrtsregelung so geändert, dass der von der A661 kommende Durchgangsverkehr in Richtung Dietzenbach und Rodgau / Rödermark Vorfahrt erhielt – mit der Folge, dass sich die aus südlicher Richtung her kommenden Autos morgens und nachmittags minutenlang auf der Langener Straße zurückstauen, da sie als vorfahrt-achtende Linksabbieger in Richtung Bleiswijker Str./Gut Neuhof nun darauf angewiesen sind, vom Durchgangsverkehr hineingelassen zu werden, was mitunter in eine nervtötende Angelegenheit ausartet. Eine reguläre Möglichkeit der Einmündung ergibt sich nur dann, wenn jemand die kontaktabhängige Fußgängerampel an der die Dietzenbacher Str. kreuzenden Wallstr. betätigt.
Nach dem Hessentag wurde die Neuregelung nicht rückgängig gemacht, da sich nach Angaben des Bürgermeisters „Bürger lobend über die für sie nun eingetretene Entlastung geäußert haben und die neue Vorfahrtregelung nun getestet wird„.
Die neue Regelung hat jedoch nach Meinung vieler Bürger die Belastungssituation für große Teile Götzenhains erheblich verschlechtert, und zwar aus folgenden Gründen:
- der Rückstau auf der Langener Straße auf einer Länge von bis zu 400 Metern erfasst in besonders negativen Fällen den Bahnübergang der Dreieichbahn; hierdurch entsteht eine erhebliche Gefährdung und zudem durch mögliche Verspätungen auf der Dreieichbahn erheblicher Ärger für die in Dreieich-Buchschlag auf den pünktlichen Anschluss zur S-Bahn angewiesenen Berufspendler & Schüler/innen
- die Anrufer berichten von vermehrten Schleichverkehren durch Süd-Götzenhain sowie von Offenthal kommend am Sportplatz / Betriebshof hoch über Rheinstr./Wallstr. bzw. die Schießgartenstraße hoch zur Dietzenbacher, um sich dort ohne Stau einfädeln zu lassen
- die Überquerung der Dietzenbacher Straße ist nun erheblich erschwert, da der Verkehr ständig fließt und bei einer Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h besonders für Kindergartenkinder, die die Kita Lachengraben besuchen, hier eine zusätzliche Gefahr besteht. Denn offensichtlich wurde die Fußgängerampel so geschaltet, dass in Stoßzeiten der Autoverkehr Vorrang hat; es also länger dauert, bis die Fußgänger grün bekommen
- der Verkehr durch Götzenhain hat insgesamt erheblich zugenommen; es hat sich offensichtlich herumgesprochen, dass man als Rodgauer/Rödermärker/Dietzenbacher nun freie Fahrt durch Götzenhain hat!
Die einzigen, die von dieser Änderung nun profitieren, sind die Anwohner im angrenzenden Bereich der Bleiswijker Straße sowie Höhenwegs; allerdings sind deren Häuser & Grundstücke deutlich weiter entfernt von den Abgasen als etwa dies bei den Einwohnern der nun betroffenen Straßen der Fall ist. Den von einigen Anrufern geäußerten Verdacht, die neue Verkehrsführung sei z.T. politisch motiviert – gemeint sind hier wohl u. a. vermutete Einflussnahmen der Stadträtinnen van den Boom sowie (ehem.) Brücher, deren Grundstücke sich an bzw. nahe an der Bleiswijker Str. befinden – wollen wir nicht kommentieren. Als unser Fazit bleibt jedoch die Aufforderung an die Stadt, nach Abschluss dieser als „Testphase“ deklarierten Änderung – wobei dieser „Test“ nun schon ziemlich lange dauert – den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen.
Stefan Metzen abschließend: „Es kann nicht angehen, dass Durchgangsverkehr, der die Benutzung der Autobahnen umgeht und damit Abgase in die Ortschaften trägt, nun auch noch mit freier Fahrt belohnt wird, während die ortsansässige Götzenhainer Bevölkerung nicht mehr aus ihrem eigenen Stadtteil herauskommt!“
Für die Fraktion
gez. Stefan Metzen
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