Bauausschuss: Grüne kritisieren Sachstandberichte (15.12.2005)

Pressemitteilung

An den Bauausschussabenden am 07.12. und 08.12.2005 wurden mehrere Dreieicher Bauvorhaben vorgestellt. Das finden die Dreieicher GRÜNEN angesichts der Finanzlage erstaunlich. Doch selbst für ihre einiges gewohnten beiden Ausschussmitglieder Roland Kreyscher und Jörg Roggenbuck waren verblüfft über manche Wendungen und Äußerungen:
- Am ersten Abend wurde u. a. die Planungen zum „Campus–Haus des lebenslangen Lernens“ vorgestellt. Auf die schon bei anderen Gelegenheiten gestellten Frage von Jörg Roggenbuck nach der Zerstörung des Boulevardcharakters des Geländes durch Parkhaus und parkende Autos, antwortete der Architekt Meyer, dass die Parkplätze inzwischen aus 2/3 des Geländes herausgenommen wurden. Zudem solle das Parkhaus ein Café enthalten - wonach Roggenbuck gar nicht gefragt hatte. Auf jeden Fall müsse das Parkhaus bleiben, das aus ästhetischen Gründen nicht an die Frankfurter Straße gestellt werden dürfte. Der Einwand Roggenbucks, dass dies nach Ansicht eines Architekturexperten doch möglich und sinnvoll sei, wurde ignoriert.
Noch derber wurde es am 2. Bauausschussabend, der nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit - die Presse war nicht anwesend und die vier Bürger gingen nach einer halben Stunde - stattfand:
- Bei der Planung zur Nordspange habe man einen mit giftigen Stoffen handelnden Schwimmbadzubehörhandel übersehen, um den nach der Seveso II-Richtlinie der EU im Bereich von 100 oder gar 200 m keine neuen Häuser und Straßen gebaut werden dürften. Die Nordspange aber sei nur 80 m entfernt, müsste als weiter in den Wald hinein verschwenkt werden! Bei 200 m Entfernung wäre sogar der bereits gebaute Teil der Nordspange, der bei BMW durchführt, betroffen und somit der Landesszuschuss in Gefahr! Um die Rechtslage müsse man für 5000 Euro ein Gutachten in Auftrag geben ...
- Auch für das geplante Gewerbegebiet Rostadt, das man wegen der peinlichen Niederlagen vor Gericht jetzt „Im langen Rücken“ nennt, will man noch 66.000 für ein weiteres hydrogeologisches Gutachten ausgeben: Roland Kreyscher wies darauf hin, dass doch erst vor einem halben Jahr ein hydrogeologisches Gutachten das Ergebnis gebracht habe, dass der für ein solch großes Gewerbegebiet notwendige Bau von Tiefgaragen praktisch unmöglich sei. Baustadträtin Andrea Müller antwortete, dass dies zwar richtig sei, man müsse aber erforschen, ob nicht zwischen den großen Wasseradern hier und dort doch noch eine Tiefgarage eingepasst werden könne ... Roggenbuck kommentierte fassungslos: „66.000 Euro! Das ist viel Geld für vielleicht eine Tiefgarage und ein paar halbe Tiefgaragen! Aus dem geplanten großen Wurf wird so am Ende nach vielen teuren Gutachten doch noch die von uns Grünen von Anfang an geforderte Arrondierung des bestehenden kleinen Gewerbegebietes. Aber wir haben’s ja!“

i. A. gez. J. Roggenbuck


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