Atomkraftwerke: Alternativen nutzen statt Laufzeiten verlängern! (13.05.2010)
„Der RWE-E.ON-Deal beschert unserer Region mehr Risiko und noch viel mehr Atommüll.“
Den am 10. Mai bekannt gewordenen Handel von Reststrommengen für das AKW Biblis A – der älteste Atommeiler Deutschlands mit Technik aus den 60er Jahren – zwischen den Energiekonzernen RWE und E.ON, nehmen die GRÜNEN Dreieich zum Anlass auf die Risiken, aber auch die verfügbaren Alternativen hinzuweisen. Fraktionssprecher Roland Kreyscher: „Die AKWs in Biblis sind für den Energiebedarf nicht nötig und laufen allein aus Gründen der Profitgier der Stromkonzern weiter, die das Atomgesetz dehnen wie einen alten Kaugummi.“
Mit Ihrer Teilnahme an der Anti-AKW-Demonstration Ende April in Biblis haben Jörg Roggenbuck, Ingrid Schmalhorst-Behrendt, Heidi Soboll, Roland Kreyscher und Jochen Lindenfeld (im Bild v.l.n.r.) die Forderung der Anti-Atom-Bewegung nach sofortiger Stilllegung der Anlagen unterstützt, so wie etliche andere TeilnehmerInnen aus Dreieich, darunter auch zwei Vertreterinnen der Grünen Jugend Dreieich.
Nach wie vor lehnen über 60% der Deutschen die Nutzung der Kernenergie ab. Kreyscher: „Der RWE-E.ON-Deal zur Übertragung von Reststrommengen des stillgelegten AKW Stade auf den Uralt-Rektor Biblis ist ein derber Schlag ist Gesicht der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung. Für mich ist dieser Handel unanständig und illegal – die Konzerne streichen die Milliarden ein, die Menschen tragen die Altlasten und das Risiko über Generationen hinweg. Schließlich ist Biblis auch von Dreieich nur ca. 50 km entfernt.“
Dabei sind die Alternativen zu Strom aus Kohle und Atom bereits ausreichend verfügbar. „Man muss sie nur nutzen, statt mit hoch subventioniertem Atomstrom die regenerativen Energien aus dem Markt zu drängen“, meint Kreyscher und nennt Beispiele:
- Wechsel zu einem zertifizierten Ökostromanbieter oder die Ökostrom-Kontingente der lokalen Energieversorger nutzen,
- ein städtisches Dachflächen-Kataster, um Möglichkeiten für Investoren aufzeigen zu können, die großflächig Solaranlagen bauen wollen,
- Ausbau von Brachflächen für Solarstromanlagen wie z.B. auf der Deponie Buchschlag, wo ca. 4 ha zur Verfügung stehen.
„Es ist bereits heute soweit, dass wir aus der Hochrisiko-Technologie Kernkraft aussteigen können, ohne dass bei uns die Lichter oder der Industrie der Strom ausgehen.“
Die Grünen kündigen zum Thema Atom-Ausstieg lokale Aktionen an:
Gedacht ist u. a. an parlamentarische Initiativen für die Förderung lokaler Ökostrom-Projekte, eine Resolution gegen die jüngsten Kürzungen der Förderung von regenerativen Energien nach dem EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz), einen Filmabend zu den Risiken des Uranabbaus, oder eine weitere Stromwechsel-Party, wie sie bereits 2008 gut angenommen wurde.
„Die weit über 100.000 Menschen, die Ende April für den Atomausstieg demonstriert haben, sollten ein Ansporn sein, den Verzicht auf die Kernenergie auch vor unserer eigenen Haustüre voran zu treiben, denn jede/r kann etwas dazu beitragen und den Ausstieg selber machen“, so Kreyscher abschließend.
gez. Roland Kreyscher
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