Straßenbahn Frankfurt – Neu-Isenburg – Sprendlingen (15.10.2010)

GRÜNE Dreieich schalten sich in Diskussion zum ÖPNV-Projekt ein

„Bedauerlich, aber hoffentlich noch nicht das letzte Wort in dieser Sache“, kommentiert der Sprecher der GRÜNE/BI-Fraktion Roland Kreyscher die Ankündigung des Neu-Isenburger Magistrats, die Straßenbahnverlängerung von Neu-Isenburg nach Sprendlingen aus dem Nahverkehrplan streichen lassen zu wollen. Die Dreieicher GRÜNEN sehen diese Entscheidung tatsächlich als Ausdruck kurzsichtiger Verkehrspolitik und schließen sich damit der Kritik der VCD-Regionalgruppe Rhein-Main an.

Kreyscher: „Es ist nicht nachvollziehbar, wenn alle – Stadt Frankfurt, Planungsverband und Stadt Dreieich – die Vorteile und sinnvollen Perspektiven dieses wichtigen Nahverkehrsprojekts sehen, nur der Isenburger Magistrat nicht.“ Der hatte sich dezidiert gegen eine Straßenbahn durch die Frankfurter Straße wegen der „Beeinträchtigung als Haupteinkaufsstraße“ ausgesprochen.

Die GRÜNEN hätten es begrüßt, wenn sich Vertreter des Dreieicher und des Neu-Isenburger Magistrats zu dieser Frage zum einen ins Benehmen gesetzt hätten, und zum anderen die Abstimmung mit der Stadt Frankfurt gesucht worden wäre. „Dass das nicht geschehen ist, zeugt nicht gerade von ausgeprägter interkommunaler Zusammenarbeit, gerade wenn es um Projekte geht, die über den Tellerrand der eigenen Stadt hinaus gehen“, so Kreyschers Kritik.

Für Kreyscher liegen die weit überwiegenden Vorteile dieses Nahverkehrsprojekts auf der Hand:

„Dass dem allein ein paar Mittelinseln in Isenburgs Frankfurter Straße im Weg stehen sollen, ist für mich kein stichhaltiges Argument“, betont der Dreieicher Grünen-Politiker. Nach Ansicht der GRÜNEN hat es gerade die Sprendlinger City dringend nötig, dass hier mehr urbane Attraktivität geschaffen wird. Die GRÜNEN werden daher den Magistrat um Bürgermeistern Zimmer und den Baustadtrat Martin Burlon bitten, im Sinne des Straßenbahnprojekts Einfluss zu nehmen: „Wenn sich hier etwas Positives bewegen soll, muss die Initiative vom regionalen Verkehrsträger, sprich der Kreisverkehrsgesellschaft ausgehen; hier kann der Magistrat tätig werden“, schlägt Kreyscher konkret vor.

Die GRÜNEN setzen ihre Hoffnung auch auf die vernünftigen und pragmatischen Kräfte in der Stadtverordnetenversammlung Neu-Isenburgs. Die wird am 1. Dezember abschließend über die Stellungnahme der Stadt Neu-Isenburg zum Nahverkehrsplan entscheiden.

Kreyscher: „Das Mindeste, was man erwarten kann ist, dass sich die beteiligten Stellen der Städte Frankfurt, Neu-Isenburg und Dreieich sowie die Kreisverkehrgesellschaft zusammensetzen und versuchen einen Schritt voran zu kommen. Ein „Nein, mit uns nicht“ ist da wenig hilfreich. Schließlich geht es um Verbesserungen für den ÖPNV im Westen des Kreises Offenbach insgesamt.“

Im aktuellen Regionalen Flächennutzungsplan ist die Straßenbahnverlängerung als Option explizit aufgeführt. Von daher setzen die GRÜNEN auch auf das Gesprächsangebot des Frankfurter Verkehrsdezernenten Lutz Sikorski an die Stadt Neu-Isenburg. „Hier sollte Dreieich und der Kreis Offenbach gleich mit an den Tisch“, so Kreyscher abschließend.

gez. Roland Kreyscher


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