Aufruf der Dreieicher Grünen zum Protest gegen Landebahn – Motto: Dirty Landing (18.10.2011)

Gemeinsame Fahrt nach Flörsheim am Freitag, 21. Oktober

Am 21. Oktober soll die neue Nordwestlandebahn des Flughafens mit einer Landung von Kanzlerin Merkel um 14.30 Uhr eröffnet werden. Während die Fraport dies unter dem Motto „Happy Landing“ feiert, wollen die Flughafenausbaugegner auf Initiative des Vereins „Für Flörsheim“ in der neuen Flugschneise protestieren. Unter dem Gegenmotto „Dirty Landing“ versammeln sich ab 13 Uhr die Demonstranten zur Gegenveranstaltung auf dem ehemaligen Hertie-Gelände (Weilbacher Str. 29).

Die Dreieicher Grünen rufen die Ausbaugegner dazu auf, sich um 11 Uhr am Buchschlager Bahnhof am S-Bahngleis zu treffen, wo sie um 11.08 Uhr mit der S-Bahn nach Flörsheim fahren möchten.

Jörg Roggenbuck, Fraktion GRÜNE/Bürgerinitiativen meint: „Heute ist es die Nordwest-Landebahn, für die Bannwald gerodet wurde, und morgen kann es eine Südbahn sein, die für mehr Lärm und Dreck auch über Dreieich sorgen wird. Denn: Nach dem Ausbau ist vor dem Ausbau. Damit uns im Rhein-Main-Gebiet nicht weiter die Lebensgrundlagen entzogen werden, hoffe ich daher auf viele Dreieicher, die ihre Solidarität mit den direkt Betroffenen des Ausbaus zeigen und nach Flörsheim mitfahren.“

Fraktionssprecher Roland Kreyscher geht auf die jüngsten Verlautbarungen zum Wortbruch der Landesregierung, das Nachtflugverbot betreffend ein:
„Die Entscheidung des VGH Kassel, mit der Inbetriebnahme der neuen Landebahn keine Nachflüge mehr zuzulassen, belehrt alle diejenige eines Besseren, die die Bevölkerung im Rhein-Main-Gebiet an der Nase herum geführt haben, so auch der Dreieicher Landtagsabgeordnete Hartmut Honka.“ Kreyscher erinnert daran, dass die Ausnahme von 17 Nachtflügen – alle 20 Minuten stört also ein Flieger die Nachtruhe – damit begründet wurde, ein „rechtssicheres Nachflugverbot“ zu erlassen. Kreyscher: „Rechtssicher ist derzeit das was der VGH beschlossen hat, nicht das was Flughafen-Lobbyisten angeblich dafür halten und die Menschen auch noch veräppeln.“

„Der Gipfel des Irrsinns“, nennt Kreyscher die Aussagen des Lufthansa-Vorstandsvorsitzenden Christoph Franz. Der hatte am Wochenende einem Bericht des Magazins „Der Spiegel“ zufolge eine Verschiebung der Inbetriebnahme der Landebahn dringend empfohlen. Die Nordwestlandebahn solle erst nach der abschließenden Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig zum Ausbau und zu Nachtflügen den Betrieb aufnehmen. Ein Nachtflugverbot in Frankfurt sei ein zu hoher Preis für die Kapazitätserweiterung, hatte Franz den Angaben zufolge gesagt.

„Herr Franz muss daran erinnern lassen, dass das Nachtfugverbot Teil des Mediationsergebnisses ist, das auch die Airlines – allen voran die Lufthansa – mitgetragen haben.“ Nach Auffassung des Grünen-Sprechers lässt der Lufthansa-Vorstandsvorsitzende nun endgültig die Maske der Scheinheiligkeit fallen, wenn das Nachtfugverbot ein Ko-Kritierium für das Landbahnprojekt ist. „Wenn dem so ist, wie Herr Franz es sagt, dann hätte die Lufthansa nie für den Ausbau sein dürfen es sei denn, man hat von Anfang an darauf spekuliert, dass das Nachtflugverbot ohnehin nicht realisiert wird.“

gez. Roland Kreyscher


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Ort: Flughafen, Terminal 1
Die GRÜNEN Dreieich rufen zur Teilnahme an der Demo gegen Fluglärm auf.
Fahrt zum Flughafen via Ffm Hbf mit der S-Bahn 11:08 oder 11:23 Uhr ab Buchschlag.
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