Offener Brief an Frau Herr (17.08.2007)
Betr.: Ihr Leserbrief vom 17.8.2007 – „Keine Spielchen“
Frau Sigrid Herr
63303 Dreieich
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Sehr geehrte Frau Herr!
Die Darstellungen in Ihrem Leserbrief treffen leider nicht den Kern der Sache, bis auf die Tatsache, dass Offenthal dringend eine Umgehungsstraße braucht – für die sich allerdings auch die Grünen schon seit vielen Jahren einsetzen.
Als Initiator des so genannten „Gipfeltreffens“ wegen der Ortsumfahrung Offenthal, erlaube ich mir daher auf diesem Wege einiges richtig zu stellen:
Zur Historie: Die so genannte K/L-Lösung geht auf ein – Ende der 80er Jahre von Naturschutzverbänden und Grünen entwickeltes – Konzept zurück. Es trägt zur Verkehrsentlastung Urberachs bei und nutzt die bestehenden Kreis- und Landesstraßen. Inzwischen haben sich alle Fraktionen Rödermarks auf dieses Konzept verständigt und ist dort quasi Allgemeingut geworden.
Die Forderung der Stadt Rödermark dieses Konzept zu verwirklichen, geht auf einen einstimmigen Stadtverordnetenbeschluss zurück, der maßgeblich von der Rödermarker CDU initiiert wurde. Die von Bürgermeister Kern vertretene Position ist also nicht nur eine Forderung der Grünen, sondern der Stadt Rödermark insgesamt.
Die Beschlusslage in Rödermark sieht vor, dass Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss (PFV) zur Ortsumfahrung (OU) Offenthal erhoben wird, sollte es bis dahin keine verbindliche Zusage für eine Verkehrsentlastung Urberachs seitens der Landestraßenbaubehörden geben. Bürgermeister Kern müsste also von Amts wegen tätig werden und Klage einreichen. Diesen Umstand darf man nicht ignorieren.
Tatsache ist, dass mit Inbetriebnahme der OU Offenthal ca. 5.000 Kfz/Tag mehr durch Urberach rollen werden. Diese Verkehrszahlen hat das Büro Dorsch Consult ermittelt, an dessen Zahlen auch die Stadt Dreieich gerne fest hält, wenn es um Straßenbau geht.
Unzutreffend ist, dass sich die Stadt Rödermark bei der Planung zur OU Offenthal „vornehm zurückgehalten“ hätte. Rödermark hat die Planung einer ortsnahen Umfahrung Urberachs wegen zu großer Nachteile verworfen. Die Bedenken bezüglich der Auswirkungen der OU Offenthal auf die Verkehrsbelastung in Urberach, wurden in das PFV eingebracht, blieben aber offenbar unberücksichtigt.
Wer die Position Rödermarks ignoriert, oder nicht zur Kenntnis nehmen will, nimmt das Risiko in kauf, dass der PFV für die OU Offenthal beklagt wird und tatsächlich eine jahrelange Verzögerung des Baus eintritt – das gerade gilt es zu verhindern und war der wesentliche Anlass für das so genannte „Gipfeltreffen“.
Das Treffen war auch deshalb so dringend notwendig, um klar zu machen, dass Forderungen nach einer Umplanung der OU Offenthal unbedingt vermieden werden müssen. Dies auch deshalb, weil z. B. eine Änderung des Knotens Richtung Messel – als Teil der K/L-Lösung – nicht nötig ist. Falls doch, sollte diese unbedingt einer separaten Planung vorbehalten bleiben.
Sehr geehrte Frau Herr, es mag nicht recht zu dem Bild passen, das Sie von „den Grünen“ haben, aber es ist tatsächlich so, dass wir uns – speziell im Fall Offenthal – FÜR eine baldige Verkehrsentlastung einsetzen und die Forderungen der IGVGB Offenthal ausdrücklich unterstützen!
Vor dem Hintergrund meiner obigen Ausführungen müsste Ihnen deutlich werden, dass wir gerade NICHT gewillt sind eine weitere Verzögerung des Straßenprojektes zu Lasten der Offenthaler in Kauf zu nehmen – Ihr Vorwurf, auf dem Rücken der Betroffenen würde Politik gemacht, trifft also in der Sache nicht zu.
Ich denke, die Ernsthaftigkeit meiner Initiative zeigt doch, dass es keineswegs um „parteipolitische Spielchen“ geht. Ihren Hinweis auf die bevorstehende Landtagswahl nehme ich als Direktkandidat in diesem Wahlkreis zur Kenntnis. Jedoch überlasse ich diesen Stil gerne der politischen Konkurrenz, die hat damit entsprechende Erfahrung, gerade was die Ortsumfahrung Offenthal betrifft.
Übrigens: Ihre Befürchtung, entlang einer geänderten Route der Ortsumfahrung könnten „irgendwelche Kröten, Kriechtiere oder Vögel ihr ‚Unwesen´ treiben und das ganze Spielchen mit den Genehmigungen wieder von vorne losgeht“ (Zitat), teile ich ausdrücklich nicht. Viel mehr geht es darum, die aktuelle Planung in die Tat umzusetzen – dabei sollte Ihnen jede erdenkliche Hilfe und Unterstützung eigentlich willkommen sein.
Roland Kreyscher
(Vorstandssprecher B´90/Die Grünen Dreieich)
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